Erinnerungen an den 9. November | Wendekinder

Das Jubiläum zum 30. Jahrestag des Mauerfalls schickte sich an. Für ein Wendekind wie mich – also jemanden, der vor diesem geschichtsträchtigen Datum in der DDR geboren wurde und in komplett neuen und sich permanent verändernden Verhältnissen aufwuchs – müsste der Tag eine große Bedeutung haben.

Doch fand ich, dass all die Geschichten, die im Zuge des Jubiläums erzählt wurden, nicht meine waren. Und auch nicht die meines Umfelds. Und dass sich viele aus meiner Generation überhaupt keinen Reim darauf machen konnten, was an diesem Tag denn nun so besonders sein sollte.

Für die Berliner Zeitung habe ich daher Menschen, die in den Jahren vor dem 9. November 1989 geboren sind und in einem wiedervereinigten Deutschland ihre Kindheit erlebt haben, gebeten ihre erste Erinnerungen an die Wende aufzuschreiben. Die sehr breit gefächerten Momente dieser Wendekinder erschienen auf einer Doppelseite und sind nun auch online nachzulesen.

Lok Leipzig

Lok war die Stadt

„Lok Leipzig ist ein besonderer Verein!“, sagt Heiko Scholz. 86 Spiele machte der 49jährige mit Henriquatre-Bart für die Lokomotive und feierte in dieser Zeit zwei FDGB-Pokalsiege. Seit anderthalb Jahren ist er wieder zurück – als Trainer eines Fünftligisten. Er soll dem Verein wieder eine Richtung geben. Das große Ziel heißt dritte Liga in fünf oder sechs Jahren; dahin, wo sich aktuell andere große Namen des DDR-Fußballs tummeln. Ein großer Name war auch der 1. FC Lokomotive einst, doch die Realität ist mittlerweile eine andere. „Der FC Lok ist in seiner heutigen Form überhaupt nicht mehr mit dem von vor 30 Jahren vergleichbar.“, sagt er.

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